62. Grimme-Preis 2026

Auszeichnung für 19 Produktionen und Leistungen

Die Jurys des 62. Grimme-Preises haben sich entschieden. Am 24. April 2026 werden im Marler Theater insgesamt sechzehn Grimme-Preise sowie drei Sonderpreise vergeben. Durch die Preisverleihung führt in diesem Jahr Linda Zervakis, musikalisch begleitet wird sie durch Helmut Zerlett und Band.

„Dieser Grimme-Preis Jahrgang zeigt erneut, wie vielfältig im deutschen Fernsehen aktuelle Themen der Zeitgeschichte wie Rassismus, Rechtsradikalismus und die prekäre Lage des Gesundheitssystems, aber auch neuere deutsche Geschichte erzählt werden“, so Çiğdem Uzunoğlu, Direktorin des Grimme-Instituts, bei genauerer Betrachtung zeigen sich aber auch thematische Lücken: „die Kriege in Europa und im Nahen Osten kommen nicht vor, ebenso die Klimakrise. Fehlt es hier an Mut?“ Danken möchte sie ausdrücklich den Nominierungskommissionen und Jurys für ihre hervorragende Arbeit und natürlich gilt den Preisträger*innen: „Herzlichen Glückwunsch!“

Der Preis für die Besondere Journalistische Leistung geht in diesem Jahr an Golineh Atai für ihre ruhig erzählten und analytisch herausragenden Berichte aus der arabischen Welt. In der Kategorie Information & Kultur wird der Privatsender RTL2 für den Zweiteiler „Hass.Hetze.Hoffnung.“ (Neos Film/Gute Zeit Film für RTLZWEI) mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet - das erst zum zweiten Mal. Mit „Das leere Grab“ (Kurhaus Production/Kijiweni Productions für ZDF/ZDF – Das kleine Fernsehspiel) und „Petra Kelly – Act Now!“ (Bildersturm Filmproduktion/Kimmel & Metz Filmproduktion für rbb/BR/RB/ARTE) würdigt die Jury zwei lange Kino-Dokumentarfilme. Carl Gierstorfer und Ronald Rist erhalten erneut den Grimme-Preis – diesmal gemeinsam mit Laura Salm-Reifferscheidt für ihre Dokumentation „Sudan: Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges“ (Docdays Productions für ZDF/DW/ARTE).

Mit der Besonderen Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands würdigt der DVV in diesem Jahr Frank Elstner – nicht nur als einen überragender TV-Macher, sondern als Botschafter für gesellschaftliche Anliegen.

In der Kategorie Fiktion werden in diesem Jahr zwei Spielfilme und zwei Serienformate bepreist: „Tatort – Dunkelheit“ (Sommerhaus Filmproduktion für ARD Degeto/hr), das Filmdrama „Die Nichte des Polizisten“ (W&B Television für SWR/NDR), sowie „Die Affäre Cum-Ex“ (X Filme Creative Pool & True Content Entertainment/EPO-Film/Beta Film für ZDF/DR/New8) und „Tschappel“ (Apollonia Film/Lax Entertainment für ZDF). Der Spezial-Preis in der Kategorie Fiktion geht an den Film „Unterwegs im Namen der Kaiserin“ (maze pictures/Hochschule für Film und Fernsehen für ZDF – Das Kleine Fernsehspiel) für die zeitgemäße Dekonstruktion des Sisi-Hypes durch eine radikale Ästhetik.

In diesem Jahr schöpft auch die Unterhaltung ihr Preiskontingent vollständig aus. Grimme-Preise gehen an „MAITHINK X – Die Show (2025)“ (btf für ZDF) und „smypathisch – die show“ (btf für ZDF/funk). Zudem erhält die Prime-Video-Serie „Gerry Star“ (Pyjama Pictures/Prater Film/Amazon Studios für Prime Video) einen Preis.

In der Kategorie Kinder & Jugend wird mit „Grüße vom Mars“ (Leitwolf/Kinescope Film für NDR/hr/KiKA/MDR) ein Spielfilm für Kinder ausgezeichnet. Der Preis für den Bereich Jugend geht an den Spielfilm „Ellbogen“ (Achtung Panda! in Koproduktion mit Tripod/Istos/Jip/Tarabya Alumni-Fonds für ZDF/ZDF – Das kleine Fernsehspiel). Einen Spezialpreis in der Kategorie Kinder & Jugend erhalten Julius Drost, Moritz Henneberg und Nikita Fedosik für die Protagonisten und die Idee der Dokumentation „Der talentierte Mr. F“ (Neue Flimmer für MDR/ARD Kultur/BR/rbb/hr).

Die diesjährige Studierendenjury zeichnet mit „KRANK Berlin“ (Violet Pictures/Real Film Berlin für ZDF neo/Apple TV+) eine Medical-Drama-Serie aus, der Publikumspreis der Marler Gruppe geht an die Animations-Serie „Lenas Hof“ (Studio FILM BILDER/MINYA Film für ZDF).

Eine Übersicht der Preisträgerinnen und Preisträger finden Sie hier.

  • Die nächste Folge des von epd medien und Grimme-Institut gemeinsam produzierten Podcast „Läuft“ befasst sich ausführlich(er) mit den diesjährigen Grimme-Preisträger*innen und dem Preisjahr: Anna Barbara Kurek (Professorin an Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf), Mitglied der Jury Fiktion, gibt Einblicke in die Jurysitzung und Lucia Eskes, Leiterin des Grimme-Preises, spricht mit Host Alexander Matzkeit über die Preisentscheidungen. 
  • Interviews mit der Grimme-Direktorin Çiğdem Uzunoğlu, den Juryvorsitzenden und anderen finden sich im YouTube-Kanal des Grimme-Instituts.
  • Die Verleihung des 62. Grimme-Preises findet am 24. April im Theater der Stadt Marl statt und wird von 3sat zeitversetzt ab 22.25 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt. 
  • Pressevertreter*innen können sich ab dem 16. März für den Presseempfang und die Preisverleihung am 24. April akkreditieren unter www.grimme-preis.de/akkreditierungsanfragen
  • Weitere Hintergrundinformationen zum 62. Grimme-Preis gibt es im Internet unter www.grimme-preis.de.

Stifter des Grimme-Preises ist der Deutsche Volkshochschul-Verband, weitere Partner sind das Land Nordrhein-Westfalen, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), der Westdeutsche Rundfunk (WDR), 3sat und die Stadt Marl.