(Marl) Insgesamt sechzehn Grimme-Preise sowie drei Sonderpreise wurden heute Abend im Marler Theater vergeben. Moderiert wurde der Abend von Linda Zervakis, begleitet von Helmut Zerlett und Band.
Grimme-Direktorin Çiğdem Uzunoğlu betonte in ihrer Begrüßung: „Heute ehren wir vorbildliches, wegweisendes Fernsehen. Dieser Abend gehört vor allem den Macherinnen und Machern.“ Sie eröffnen immer wieder Perspektiven für den öffentlichen Diskurs, machen Komplexität in einer Zeit sichtbar, die allzu oft nach Vereinfachung verlange.
„Auch wir wollen und schätzen den öffentlichen Diskurs. Gerne schaffen wir Räume dafür, er ist geradezu Teil unseres Auftrags. Umso wichtiger ist es, Institutionen wie das Grimme-Institut als das zu bewahren, was sie auszeichnet: Überparteilichkeit, Unabhängigkeit, verpflichtet dem Qualitätsgedanken. Und getragen von Gremien, die frei und verantwortungsvoll entscheiden.“
Nathanael Liminski, Medienminister des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei: „Die tägliche Informationsflut und Bilderflut in den Sozialen Medien und klassischen Medien macht es immer schwerer, den Überblick zu behalten. Wenn dann auch noch gesteuerte Desinformation und KI-generierte Inhalte dazu kommen, verschwimmen die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion. Damit stehen wir als Gesellschaft vor einem echten Problem. Ein Problemlöser ist und bleibt unabhängiger Qualitätsjournalismus, der komplexe Inhalte verständlich vermittelt und Menschen für faktenbasiertes Wissen gewinnen kann. Der Grimme-Preis macht genau solche herausragenden Leistungen sichtbar und stärkt zugleich die öffentliche Auseinandersetzung über Medien.“
Die Besondere Journalistische Leistung erhielt Golineh Atai. In der Kategorie Information & Kultur wurde u. a. „Hass.Hetze.Hoffnung.“ ausgezeichnet, erst die Zweite RTL 2 Produktion ebenso mehrere Dokumentarfilme. In der Fiktion gewannen Filme und Serien wie „Tatort – Dunkelheit“ und „Die Affäre Cum-Ex“. Die Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands ging an Frank Elstner.
Anlässlich der Verleihung ist wieder eine Preispublikation in der „grimme“ Reihe erschienen, diesmal in rein digitaler Form. Hier findet sich nicht nur die ausführliche Begründung des Preisstifters zur Besonderen Ehrung, es werden auch die Gewinner*innen und die Nominierten ausführlich vorgestellt.
Wer noch einmal intensiver in den Qualitätsdiskurs eintauchen möchte: Der Fachdienst epd medien veröffentlicht auch in diesem Jahr als einziges Branchenmedium Berichte aus allen vier Grimme-Jurys. Den Auftakt machten am Donnerstag und Freitag die Berichte aus den Jurys Fiktion und Information & Kultur, in den kommenden Tagen folgen Unterhaltung und Kinder & Jugend.
Die Verleihung des 62. Grimme-Preises wird von 3sat zeitversetzt ab 22.25 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt.
