62. Grimme-Preis 2026

MAITHINK X – Die Show (2025)

(btf für ZDF)

 

Grimme-Preis an:

 

Mai Thi Nguyen-Kim (Moderation und Wissenschaftliche Leitung)

Hanna Käßbohrer (Executive Producer)

Katharina Adick (Stellvertretend für Buch)

 

Erstausstrahlung: ZDFneo, Sonntag, 2. März 2025, 22.15 Uhr

Sendelänge: 14 x ca. 30 Minuten

 

Inhalt:

Ob Klimazerstörung, Homöopathie, Migration oder Angststörungen: In der Wissenschaftsshow „MAITHINK X – Die Show“ erklärt die promovierte Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim komplexe Themen aus Forschung, Technik und Gesellschaft verständlich und unterhaltsam.

In jeder Folge widmet sich die Show einem zentralen Thema, dabei werden Studien, Statistiken und aktuelle Forschungsergebnisse verständlich aufbereitet und mit Grafiken, Einspielern und praktischen Beispielen erklärt. Gleichzeitig zeigt sie in ihrer Sendung, wie Wissenschaft arbeitet: mit Hypothesen, Experimenten und überprüfbaren Belegen. Vor allem die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Debatten steht dabei im Zentrum, und zwar so differenziert aufbereitet, dass nachvollziehbar wird, welche Erkenntnisse wissenschaftlich gesichert sind und welche nicht. Durch die Mischung aus Information, Humor und anschaulicher Erklärung macht die Sendung Wissenschaft für ein breites Publikum zugänglich und zeigt, wie wichtig kritisches Denken im Alltag ist.

 

Begründung:

„Wissenschaftsskepsis“ – mit diesem Wort wird verharmlosend eine Reihe von Phänomenen in unserer Gesellschaft beschrieben. Skepsis sollte ja eigentlich so eine Art Grundhaltung sein, sie veranlasst uns, Fragen an erlebte Wirklichkeit und verkündete Wahrheiten zu stellen. Der Begriff der „Wissenschaftsskepsis“ wird jedoch heutzutage sozial und medial häufig benutzt, um grundlegende Unkenntnis wissenschaftlicher Methoden zu verschleiern oder solche wissenschaftlichen Erkenntnisse zu entwerten, die mit dem eigenen, vor allem ideologisch geformten Weltbild nicht zusammenpassen.

„MAITHINK X – Die Show“ ist das ideale Gegenmittel für diese Entwicklungen, die das gesellschaftliche Zusammenleben zunehmend zersetzen. Mit vierzehn neuen Folgen in zwei Staffeln, der mittlerweile achten und neunten, tritt sie 2025 am späteren Sonntagabend bei ZDFneo auf den Plan des dann tatortgesättigten, linearen Fernsehpublikums und schafft es spielend, komplizierte Themen für ein fast altersloses Publikum frisch aufzubereiten. Mai Thi Nguyen-Kim moderiert gekonnt und vielseitig, nimmt die Zuschauenden mit und verliert sie nicht mehr über die halbe Stunde, die jede Folge dauert. Das ist das Verdienst einer Mischung aus sorgfältig gescripteten Moderationen und Erklärungsstücken sowie kurzen Einspielern, Live-Experimenten oder auch einmal Musik, einer Spielshow oder sogar Tanzeinlagen. Die Texte selbst sind dabei keine wissenschaftlichen Vorlesungen, sondern mit Pointen durchsetzt, ohne dabei Gefahr zu laufen, unseriös zu werden. Hinzu kommen zum einen gelungene grafische Elemente, auf die immer wieder zurückgegriffen wird, um komplexe Zusammenhänge den Zusehenden auch visuell zugänglich zu machen. Sie dienen – wie auch die Einspieler und Bühnenperformances – als Anker mit Wiedererkennungswert. Zum anderen sorgen aus Social Media vertraute, sorgsam platzierte Zwischenschnitte und Schnitteffekte für einen unangestrengten Übergang zwischen der linearen Aussendung und YouTube, wo die Folgen ebenfalls bereitgestellt werden, sowie zu plattformübergreifenden Clips.

Nguyen-Kim schafft es, ein breites Publikum immer wieder ins Boot zu holen, auch wenn naturwissenschaftliches Verständnis nicht vorausgesetzt werden kann. Bei polarisierenden Themen werden auch abseitige, mitunter esoterische Ansätze konsequent wissenschaftlich überprüft. Im Gegensatz zu vielen Akteur*innen der Comedy-Newsformate erheben sich die Macher*innen von MAITHINK X bei aller moralischen Klarheit dabei nicht über die Anhänger*innen solcher Scharlatanerie, sie lassen die Fakten sprechen. Nicht übersehen werden dabei auch Probleme des Wissenschaftsbetriebs selbst. Beides ist klug, um die Akzeptanz auch bei einem „skeptischen“ Publikum zu erhöhen. Bei diesem hohen Anspruch am Ende auch noch „einfach eine gute Show“ zu liefern, ist bemerkenswert und preiswürdig.

 
Zurück