62. Grimme-Preis 2026

Lenas Hof

(Studio FILM BILDER/MINYA Film für ZDF)

 

Publikumspreis der Marler Gruppe an:

 

Elena Walf (Buch/Regie/Montage)

Nicolai Krepart (Musik)

 

Erstveröffentlichung: KiKA, Dienstag, 4. Februar 2025, 9.10 Uhr

Sendelänge: 26 x ca. 6 Minuten


Inhalt:

Die Bäuerin Lena lebt auf ihrem Hof mitten im Wald in ihrer eigenen kleinen Welt, umgeben von Tieren. Zu den Tieren auf dem Hof gehören unter anderem Kühe, Hühner, Schweine und ein Pony, und so verschieden die Tiere sind, so unterschiedlich sind auch ihre Interessen, Eigenheiten und Probleme. Lena, die als allumfassende Schutzfigur auftritt, nimmt sich diesen an und hilft dabei, Lösungen zu finden. Jede Folge zeigt eine kleine Geschichte aus dem Alltag auf dem Bauernhof. Dabei geht es zum Beispiel um das Versorgen der Tiere, das Pflanzen und Ernten von Gemüse oder um Feste auf dem Hof. „Lenas Hof“ richtet sich vor allem an jüngere Kinder und lädt sie dazu ein, das Leben auf dem Land kennenzulernen.

 

Begründung:

„Lenas Hof“ zeigt auf träumerische Art und Weise, dass es für Kinder nicht immer knallige Farben, laute Musik und viel Sprache braucht, sondern einfache Bilder ganz ohne Sprache mitunter völlig ausreichen.

Lena handelt in einer so ruhigen Selbstverständlichkeit, dass auch die Zuschauenden diese Beständigkeit, die von Lena ausgeht, spüren können. Gefördert wird dieses Gefühl dadurch, dass Lena jede Folge auf ihrer Ukulele „Ode an die Freude“ spielend eröffnet und sie mit einem herzlichen Küsschen für das Tier, welches in der jeweiligen Folge die Hauptfigur war, beendet. So gibt sie dem Geschehen einen verlässlichen Rahmen und eröffnet den jungen Zuschauenden einen ersten Zugang zu klassischer Musik. Denn die Serie bedient sich nicht gängiger Kinderlieder, sondern untermalt Szenen mit Stücken wie „Mai“ aus Tschaikowskis Jahreszeiten oder „Air“ aus Bachs Orchestersuite Nr. 3, die die emotionale Tiefe der Geschichten eindrucksvoll unterstützen.

Neben der klassischen Musik zeichnet sich die Serie durch eine ruhige Bildsprache aus, sanfte Pastelltöne und Figuren, wie von Kinderhand gezeichnet. Sie wirken einfach und sind doch vielschichtig, denn beim näheren Hinsehen bemerkt man, wie filigran und detailreich sie doch sind. Dabei sind sie nicht überladen, sondern schulen vielmehr die genaue Beobachtung.

Die Geschichten zeigen: Auch in Lenas verträumter Welt gibt es Missverständnisse, Streit und Ausgrenzung. Doch Konflikte werden gemeinsam behandelt und schließlich, oft mit Unterstützung von Lena, gelöst und dabei entstehen häufig sogar Freundschaften. Zusätzlich lernen Kinder, dass es nicht alle Menschen gut mit einem meinen, denn auch Lena wird mit einem Großhändler konfrontiert, der eher auf Gewinn als auf ein liebevolles Miteinander aus ist.

Die Serie richtet sich zwar an Kinder ab drei Jahren, ist aber dennoch für Jung und Alt gleichermaßen sehenswert, auch wenn die Details der Geschichten unterschiedlich wahrgenommen werden. Anders als viele heutige Produktionen, die oft reizüberflutet sind, fordert „Lenas Hof“ heraus, ohne dabei zu überfordern.

 
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