55. Grimme-Preis 2019

Kroymann (btf für RB/SWR/NDR/RBB)

 

Grimme-Preis an

Maren Kroymann (Buch/Darstellung)

Sebastian Colley (Headautor)

 

Produktion: btf

Erstausstrahlung: Das Erste, ab Donnerstag, 04.10.2018, 23.30 Uhr

Sendelänge: 4 Folgen, je 30 Min.


Inhalt

„Die Leute lachen gern über alte Frauen“, sagt Annette Friers Figur im allerersten Sketch von „Kroymann“. Damit hat sie, so man denn Maren Kroymann als alt bezeichnen möchte, seit zwei Jahren mehr als recht. Mit der Sketch-Show haben Kroymann und Sebastian Colley (Head-Autor) ein Format entwickelt, das nicht nur Fans der ersten Stunde begeistert, sondern auch Jüngere die verschiedenen Talente der Komödiantin und Sängerin hat entdecken lassen. In der Sendung parodiert Kroymann immer wieder sich selbst und ihren Beruf. Darüber hinaus schlüpft sie in diverse Frauenrollen, fiktive wie tatsächliche. Unter letzten sticht ihre Verkörperung von Präsidentengattin Brigitte Macron heraus. Mit Maximilian Meyer-Bretschneider als Emmanuel Macron sind die Sketche über den Alltag im Elysée-Palast zu einem festen Bestandteil der Sendung geworden. Darüber hinaus sind Schauspiel- und Comedy-Kollegen wie Cordula Stratmann oder Marie-Luise Marjan in zahlreichen Gastauftritten zu sehen. Wichtigste Mitstreiterin von Kroymann ist seit Beginn Annette Frier, die in diversen Rahmenhandlungen, die die Sendungen strukturieren, mitspielt. Am Ende jeder Sendung gehört das Mikrofon allein Maren Kroymann: Ein Song mit zeitkritischem Einschlag setzt den Schlusspunkt.

 

Stab

Headautor: Sebastian Colley

Buch: Maren Kroymann, Philipp Käßbohrer, Stefan Stuckmann, Hans Zippert, Mariella Tripke, Friedemann Weise, Michael Schilling, Tarkan Bagci, Max Bierhals, Sylke Lorenz, Sven Nagel, Miguel Robitzky, Tanja Sawitzki, Stefan Titze

Regie: Nicolas Berse, Felix Stienz, Michael Binz, Sven Nagel

Producerin: Miriam Mose

Produktionsleitung: Daniela Nickel, Viola Daniels

Kamera: Berta Valin Escofet, Borris Kehl, Fred Schirmer

Schnitt: Christoph Cepok, Lukas Bille, Florian Böttger, Daniel Rakete Siegel, Leo Hoffmann, Julian Jakelski, Kristin Scherlitz

Ton: Moritz Minhöfer, Kai Holzkämper, Robert Keilbar, Paul Große-Schönepauck, Matthias Krämer, Tom Vermaaten, Pablo Faber

Darstellung: Maren Kroymann, Annette Frier, Max Bretschneider, Mehmet Atesci, Arved Birnbaum, Peter Heinrich Brix, Martina Eitner-Acheampong, Lilli Fichtner, Jasmin Gerat, Karin Hanczewski, Heiner Hardt, Julia Hartmann, Mathias Harreye-Brandt, Christina Hecke, Hans-Heinrich Hardt, Thomas Heinze, Lucie Hollmann, Kasem Hoxha, David Korbmann, Pierre M. Krause, Walter Kreye, Sebastian Krumbiegel, Rainer Laupichler, Peter Lohmeyer, Harald Maack, Michaela May, Jeannine Michaelsen, Denis Moschitto, Ania Niedieck, Wolfgang Pregler, Jonah Rausch, Jürgen Rißmann, Claude-Oliver Rudolph, Hildegardt Schroedter, Tina Seydel, Cordula Stratmann, Victoria Trauttmansdorff, Leon Ullrich, Lena Urzendowsky, Gottfried Vollmer, Michael Wittenborn, Nadine Wrietz

Produzenten: Matthias Murmann, Philipp Käßbohrer

Redaktion: Annette Strelow (RB), Barbara Beidenbach (SWR), Jan Wirschal (SWR), Andreas Freitag (SWR), Henning van Lil (RB), Thorsten Pilz (NDR), Franziska Kischkat (NDR), Katrin Mandel (RBB)

 

Jurybegründung

Eingeweihte wissen es ja schon lang: Gott ist nicht nur eine Frau, Gott ist Maren Kroymann. Fragt sich nur, ob der Rest der Menschheit mittlerweile auch bereit für die Wahrheit ist. In einem Sketch in ihrer ARD-Show spielt Kroymann dieses Szenario durch. Sie fragt als Herrin im Himmel ihre engsten Vertrauten, ob sie den Menschen nun endlich die Wahrheit verkünden soll, und muss feststellen: Jesus, der Heilige Geist und Erzengel Gabriel sind dagegen. Weil passt nicht zur Geschichte, die man den Menschen seit Jahrtausenden erzählt hat. Überfordert die bestimmt auch ein Stück weit. Ist einfach gerade nicht der beste Zeitpunkt. Wie anders als im Männer-Himmel sieht es zum Glück auf Erden aus! Dort nimmt sich die Comedy-Reihe „Kroymann“ im dritten Jahr ihres Bestehens noch immer wie die Erhörung eines Stoßgebetes aus - eines Gebetes auf kluge Fernsehunterhaltung. Wenn Maren Kroymann und ihre Mitstreiter*innen loslegen, entstehen nämlich Sketche, die funkeln. Die von liebevollem Staunen über die moderne Gesellschaft und deren wirklich seltsame Ideen über Frauen geprägt sind. Diesen Ideen spürt das Team von „Kroymann“ nach, oder besser: denkt sie bis zu ihrem hochnotkomischen Ende durch. Herauskommen kann dabei eine Rentnerin, die von ihrer Helikopter-Tochter bedrängt wird, oder eine Pippi Langstrumpf, die ihre Villa Kunterbunt im Alter gegen ein Reihenhaus Mausgrau eingetauscht hat. In all ihren Rollen legt Maren Kroymann eine wunderbare Vielfältigkeit an den Tag, sowohl was den Humor, als auch das Schauspiel betrifft. Nichts Weibliches ist ihr fremd.
Das heißt nicht, dass die Gesellschaftskritik der Sendung verzagt oder verschwiemelt ist: „Kroymann“ setzt nur entgegen des Zeitgeists auf die leisen Töne, die feinen Melodien. Am Ende eines Sketches schmunzelt man eher, als dass man sich auf die Schenkel klopft. Inmitten des Lärms von Social Media und Leitartikeln ist die Sendung deshalb im besten Sinne wohltuend. So bleibt uns nur ein Wunsch an die Herrin im Himmel: Weitermachen, bitte!

 
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