41. Grimme-Preis 2005

Hart aber fair (WDR)

 

Adolf-Grimme-Preis an

Frank Plasberg (Moderation)

Stefan Wirtz (stellv. für die Redaktion)

Jürgen Schulte (Produktion)

Stab

Redaktion: Stefan Wirtz (Preisträger), Niki Pantelous

Moderation: Frank Plasberg (Moderation)

Regie: Karsten Frings, Nicole Kleinert

Produktion: Jürgen Schulte (Preisträger), klarlogo

Sendelänge: je 90 Min.

Erstausstrahlung: 21.1.2004, jew. mittwochs um 20.15 Uhr

Inhaltsangabe

Keine Worthülsen, sondern Klartext reden, den Politikerjargon aufbrechen und die Gesprächsgäste allgemeinverständlich Farbe bekennen lassen. Hart! Aber auch fair! Das Reizthema der Woche steht im Mittelpunkt des Polittalks - ein Thema, das die Menschen stark bewegt oder aufregt: Es geht um die Gesundheitsreform und um die Zukunft des Fernsehens nach dem RTL-Dschungelcamp, um die stetig wachsende Arbeitslosigkeit und um die mögliche Ausweitung von DNA-Tests unter dem Eindruck des Moshammer-Mordes. "Hart, aber fair" ist mehr als nur eine Talkshow. Durch Filmbeiträge werden die diskutierten Themen vertieft und neue Gesprächsansätze angestoßen, die in der "großen Runde" mit meist fünf Experten diskutiert werden. Oder auch nur im Einzelgespräch mit dem Moderator Frank Plasberg, der zwischendurch immer mal wieder einen einzelnen Gast der Sendung zum "Solo-Verhör" bittet, wie es der Tagesspiegel einmal formulierte.

Keine Worthülsen, sondern Klartext reden, den Politikerjargon aufbrechen und die Gesprächsgäste allgemeinverständlich Farbe bekennen lassen. Hart! Aber auch fair! Das Reizthema der Woche steht im Mittelpunkt des Polittalks - ein Thema, das die Menschen stark bewegt oder aufregt: Es geht um die Gesundheitsreform und um die Zukunft des Fernsehens nach dem RTL-Dschungelcamp, um die stetig wachsende Arbeitslosigkeit und um die mögliche Ausweitung von DNA-Tests unter dem Eindruck des Moshammer-Mordes. "Hart, aber fair" ist mehr als nur eine Talkshow. Durch Filmbeiträge werden die diskutierten Themen vertieft und neue Gesprächsansätze angestoßen, die in der "großen Runde" mit meist fünf Experten diskutiert werden. Oder auch nur im Einzelgespräch mit dem Moderator Frank Plasberg, der zwischendurch immer mal wieder einen einzelnen Gast der Sendung zum "Solo-Verhör" bittet, wie es der Tagesspiegel einmal formulierte.

Plasberg ist der "Mann, der niemals aufgibt", der "Dompteur der Trickreichen", der "Dranbleiber", so das Presseecho auf "Hart, aber fair". Aber nicht nur Plasberg fragt nach, auch die Zuschauer haben Gelegenheit dazu: Per Telefon, Fax und E-Mail können sie sich an den Diskussionen beteiligen. Ein Konzept, das die Zuschauer offenbar anspricht, denn der WDR zählt im Schnitt rund 3 Millionen Zuschauer bei einer Sendung, die "nur" im Dritten Programm zu sehen ist.

Begründung der Jury

Aus der Vielzahl von Gesprächsformaten im Fernsehen ragt eine Sendereihe heraus, die im Titel ausnahmsweise nicht den Moderator, sondern die eigene Haltung gegenüber ihren Gästen in den Mittelpunkt stellt. "Hart aber fair" löst das im Sendenamen gemachte Versprechen ein: Moderator Frank Plasberg lässt seinen Gästen keine Worthülse durchgehen, ohne auf der Beantwortung der eigentlichen Frage zu bestehen. Das dauert manchmal eine Weile, aber Plasberg bringt ausreichend Geduld und Hartnäckigkeit auf, um sich und das Fernsehpublikum nicht abspeisen zu lassen. Er begegnet seinen Gästen dabei mit Respekt und Wohlwollen. Sie können sich durch fehlende Argumente und Überzeugungskraft selbst entlarven, aber sie werden nicht vorgeführt.

Ziel der Sendung ist es, umfassend über das jeweilige Thema zu informieren und nicht, für Gesprächsklamauk zu sorgen. Zum Ritual zählt eine versöhnliche Runde am Ende der Sendung, bei der inhaltliche Differenzen jedoch nicht glatt gebügelt werden. Müsste dann "Hart aber fair" nicht eigentlich "Frank Plasberg" heißen? Keineswegs. Erst die gründliche Vorarbeit der Redaktion befähigt den Moderator zu seiner kompetenten Gesprächsführung. Komplizierte Themen werden allgemein verständlich und dennoch anspruchsvoll, nämlich aus verschiedenen Blickwinkeln, aufbereitet. Kurze, prägnante Einspielfilme geben den Diskussionen häufig eine überraschende Wendung: Gäste, die sich gerade in der Rolle des Anklägers gefallen, haben sich nun plötzlich selbst zu erklären.

Frank Plasberg drückt zumeist zum geeigneten Zeitpunkt auf den Knopf, mit dem die Filme gestartet werden. Auch die Beiträge von Zuschauerinnen und Zuschauern setzen immer wieder neue Impulse. Das durch den Einsatz unterschiedlicher Medien gewonnene Meinungsbild im Publikum bereichert die Diskussion; seine Präsentation trägt zur Lebendigkeit des Formats bei. Trotz der zahlreichen Elemente wirken die Sendungen nicht verzettelt. Souverän meistert der Moderator die hohen Anforderungen des Sendeablaufs. So wird das Studio bei "Hart aber fair" (Redaktion: Stefan Wirtz, Produktion: Jürgen Schulte) zu einem klassischen Forum, zum Ort für das gesellschaftliche Gespräch.

Hier finden Politik und Bürgerschaft eine fernsehgerechte Plattform für einen sachlichen Austausch. Redaktion und Moderator greifen wichtige Themen wiederholt auf, arbeiten kontinuierlich und scheuen sich nicht, die eigene Leistung in früheren Sendungen in Frage zu stellen. "Hart aber fair" ist informativ und anregend, lebendig und unterhaltsam. Kurz: erstklassiges Fernsehen.

 
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